"Weit weg von ..."
Daniela Hofer

Weit weg von daheim Weit weg von daheim Daniela Hofer     Das kleine Kind wachte auf. Es erinnerte sich noch haarscharf an seinen Alptraum Wieder war „das große Etwas“ gekommen, hatte das hilflose Kind gepackt und mit sich geschleppt. Über Berge, durch Täler und Wälder, an Flüssen und Seen vorbei. Fort, unendlich weit fort. Und dort hatte der Große das Kleine abgesetzt und war spurlos verschwunden. Das Kind hatte schreien wollen, nach seiner Mutter, doch kein einziger Laut war über seine Lippen gekommen. Es wurde rasch finster und das Kind hatte große Angst vor den fiesen Augen der Dunkelheit. Es zitterte am ganzen Leib, es fror und es fühlte sich so einsam wie nie zuvor. Im Gebüsch raschelte es und es hörte ein leises Flüstern. Ängstlich sah es zum Himmel empor und bat den lieben Gott mit Tränen in den Augen um Hilfe, so wie es ihm seine Mutter vor einigen Jahren gezeigt hatte, bevor sie von ihm gegangen war. Das kleine Kind seufzte herzzerreißend und wünschte sich nichts sehnlicher , als wieder in seinem warmen Bettchen zu liegen, angekuschelt an die flauschige Stoffente, die es zu Weihnachten von lieben Menschen geschenkt bekommen hatte. Als keine Hilfe kam, machte sich das verzweifelte Kind auf die Suche nach seinem Zuhause. Es irrte im Wald herum, versuchte, sich an Gewässer zu erinnern, kletterte sogar auf den höchsten Hügel in der Nähe. Doch wohin es auch kam, überall war nur Leere und Kahlheit. Das kleine Kind wusste nicht ein noch aus. Es hatte sich furchtbar verlaufen und fand den Weg zurück beim besten Willen nicht mehr. Und als es zu müde geworden war, um weiterzugehen, da legte es sich unter einen großen Baum und kuschelte sich an sein Stofftier. Und als es am nächsten Morgen aufwachte, war alles gleich wie immer. Denn Straßenkinder haben kein Zuhause.

"Vergewaltigung/..."
Andrea Wurzer

Vergewaltigung/Prostitution Überall das viele Blut,   meine Wunden brennen wie heiße Glut.   Die Schmerzen sind kaum zu ertragen,   für ein bisschen Hoffnung erleid ich Qualen.   Gefangen bin ich in einem Kreis,   zum Leben brauch ich diesen Fleiß.   Angst zu zeigen, wäre schlecht,   dazu hat hier niemand Recht.   Für Geld mach ich’s in vielen Arten,   gezahlt wird hier nicht in Raten.   Ich es liebe zwar zu posieren,   und mit meinen Reizen zu agieren.   Doch muss ich hier nur funktionieren,   um meinen Herrn nicht zu blamieren.   Für meinen Körper eine Hand, voll Geld,   machen muss ich, was mir nicht gefällt.   Von Zärtlichkeiten ist nichts zu spüren,   ich bin nur da, um zu verführen.   Ihr alle wollt nur meine Hülle,   und keiner will hier meine Fülle.   Einmal raus und einmal rein,   geschlachtet werd ich wie ein Schwein.   Benutzt zu werden ist, was ich kenn,   ich darf nicht denken an „was wäre wenn“.   Inzwischen hab ich mich komplett verloren,   ich mach mir einfach keine Sorgen.   Es ist um mich schon längst gescheh’n,   für mich gibt es im Himmel kein Wiederseh’n.   Über mein Leben wurde längst gerichtet,   ich werde vollkommen vernichtet.   Blutbefleckt muss ich mich sammeln,   um mit neuen Freier können zu „rammeln“.   Irgendwann werd ich es wagen   und zu einem Freier sagen,   nein, ich will nicht gehe weg,   für dich bin ich doch nur Dreck.   Ich werde dann ein Messer nehmen   und mich damit ewig lähmen.   Dann empfind ich vielleicht auch mal das Leben,   und finde am Ende doch noch meinen Segen.  

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SPRICHCODE-FOTOAUSSTELLUNG IM TURM 9 - STADTMUSEUM LEONDING!
Die Eröffnung der Fotoausstellung am 3. April  war ein durchschlagender Erfolg mit großem Publikumsandrang!
Hier ein paar Highlights!

 

SPRICHCODE-ABSCHLUSSVERANSTALTUNG am 9. Mai 2008 in der Kürnberghalle in Leonding -
mit Preisverleihung, Lesungen und einem Konzert der MONDSCHEINER!  Eintritt: Frei

 

SPRICHCODE dankt allen jungen Fotograf/innen und Autor/innen für die annähernd 6500 Einsendungen!
Die
Bekanntgabe der Gewinner/innen und die Verleihung der Preise erfolgt am 9. Mai 2008 bei der
SPRICHCODE-ABSCHLUSSVERANSTALTUNG.
Online-Voting auf dieser Website [Texte/Fotos ansehen] ist noch bis zum 2. Mai möglich!