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Oh Aristoteles! - oder verbal-performative Flatulenz

Rebekka Sturmbauer, 21, Buchkirchen

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Oh Aristoteles! - oder verbal-performative Flatulenz (Verarbeitung von Aristoteles‘ Werk „Die Poetik“) Das Versmaß schenkt dem Text Bewegung und zieht die Form nun in Erwägung; die Dichtkunst steht im Vordergrund und tut gewichtig sich nun kund. Verbalästhetik sei genannt, sie kunstgemäß ward´ anerkannt. Die rhythmisch – jambische Struktur verleiht Gesagtem aktive Natur. Und wohl bemerkt da schleicht sich ein, ein „Fehler“ muss im Versmaß sein. Doch was muss schon ein Fehler sein, denn ist die Sprache wirklich „rein“? Durch Klarheit sollte sie sich brüsten, und doch Gewohntes überlisten, Balance sollt` sie wohlauf erlangen, zwischen metaphorisch-glossenhaften Belangen - weder Barbarismus noch Rätsel verfallen, sondern Angemessenheit im Gerangel. „Die vollkommen sprachliche Form ist klar und zugleich nicht banal.“ Wie wunderbar hier brav jambiert, zumindest im zweiten Vers arrangiert. Was ist Vollkommenheit der Form? Wer legt denn letztlich fest die Norm? Wir Menschen sind es doch sehr wohl, doch ist dieser Begriff nicht hohl? Vielleicht zwar nicht im Objektiven, doch wer könnte dies überprüfen? Ein jeder ist doch ein Einzelsubjekt, Vollkommenheit wär ein Riesenprojekt. Vielleicht ist dies die Illusion, vielleicht ist dies ein Ideal, vielleicht ist dies der Regelfall. Das Epos sei ein Lebewesen, so spricht der Herr wie er gewesen, in Einheit und Ganzheit ein Werke erscheine, mit Anfang und Mitte und Ende verbleibe, in sich geschlossen wird es genossen. Der vierheb´ge Jambus, der sei eine Qual, führt als Tetrameter zum Tanz allemal. Bemerke beim Sprechen den „Fehler“ sogleich, Den Takt wechselnd fand ich zum Daktylus weich. Aus meiner Sicht allemal tänzelnd bewegt, verspielt und gar lieblich verbal nun erregt. Die Süße der Worte zerfließet im Ohr, leicht säuselnd der Klang des frenetischen Chors. So zeige man mir, wie die Wirkung nun sei - die Worte gesprochen, belebend, ganz frei. Was würd sich ergeben, wer würd sich ergeben, wär glaubwürdig ich oder doch nur das Wort? - wär glaubwürdig Sprecher oder auch das Gesproch´ne? - wär „wahr“ nun das Maß oder doch wohl der Reim? Was verleiht Wirkung, was verleiht Wahrheit? Was überzeugt dich und was gibt dir Klarheit? Bist du gefangen im Netz der Überzeugten oder hast du das Netz noch gar nicht eräuget? Was ahmest du nach mit den Worten der Welt? - Wie sie sind oder waren, wie man sagte, sie seien? - Wie sie scheinen zu sein oder gar sollten sein? - Und wie würd man erkennen, was die Wahrheit nun sei? Und würd ich erkennen die Überzeugung aus Blei, die umschlösse um mein Denken, wär ich dann auch noch frei? Stellt ein Dichter UNmögliches dar, irrt sich in dem, was gar möglich war - und ahmt es, „das Falsche“, nun „richtig“ nach, so sei dies niemals zu dessen Schmach. Denn mag´s auch sein ein fachlich‘ Fehler, die Kunst an sich wird nicht geschmälert. Jedoch – imaginiert man zwar „recht“, die Dichtkunst aber ist nun schlecht, so wird´s ein arger Fehler sein, und groß die kunstgemäße Pein. Doch woher weiß der Hörer nun, was Denkende nun in sich tun? Was ist nun wahr, wie blick ich rein ins große Rädchen im Hirne fein? Sollt er mich überzeugen mögen, dann ist´s wohl längst um mich geschehen. Er fängt mich ein, mit Künstlerlist, da hilft auch keine Schonungsfrist. Mit Mitteln des Stils und vollkomm´ner Form - so werd‘ ich zum Opfer der aktiven Norm. Gebannt werd‘ ich hängen an den Lippen, bekennend, die Wahrheit sie liegt – von allen Seiten gerügt, durch den Dreck gezogen und aufs Höchste enthoben – wohl doch nur im Innern, die Ahnungslosigkeit nicht mindernd. Poetik – sie lebt, durch Rhetorik getragen, an deren Lebendigkeit freudvoll sich labend. Poetik – sie lebt von Überzeugung, vielleicht auch durch Leugnung, die Leugnung der Wahrheit. - °ansunsten wuats fad, Leit!° ;D Poetik – sie lebt auch vom Glauben, dem Glauben an die Glaubhaftigkeit, dem Glauben an die Glaubwürdigkeit. Wer kann das Blatt wenden, die Scharen begeistern, die Hirne zukleistern und schier alles meistern? Es hängt ab vom Menschen und nicht irgendeinem - er muss die Worte geschickt nur verleimen, dann kann die Wahrheit ohn‘ Unterlass keimen, dann werden die Scharen ohn‘ Unterlass weinen. Denn der Redner muss wirken sein Charakter erstrahlen, die Hörer verstrahlen, mit Argumenten erschlagen. Und Zäsur mit Bravour - Das Maß kann nur wirken in Rage. So schwelge dahin in Gefühlen und dir, sie werden verzehren sich schier vor Gier. Deine Worte werden kaum noch sein am Verklingen, schon werden sie dich und dein Wirken besingen. So spräche fürs Erste der Meister, der Sch***** (man stelle sich ein laut tönendes BEEEP vor)- man zöge von dannen wohl gleich heiter weiter!? Doch was ist nun mit „der“ Vollkommenheit? Was ist die Form – was ist die Norm? Sind diese klein-feinen Reime hier, bloße dichterische Zier. Und doch ist dies nicht kunstgemäß – ich weiß, so sei man mir nicht bös‘. Es ist ein Stück weit Ironie, mit einer Prise Philosophie? Doch was soll all dies peotisch` Gedudel, wenn ich beim Autofahren (!) fremdgesteuert google: Der Satz einer Nah-Ost-Korrespondentin, die in Syrien, Bagdad and so on nach Infos giert, die anscheinend Krieg, Flucht, Krieg nicht verwirrt, - das täglich Brot: der neue Tod - - die Hoffnung der Leute: der Anker des Heute - und doch nachts schweißgebadet über ihre Aussage sinniert: „Ich halte eure Hoffnung nicht mehr aus!“ STOP. Halt mal deine Welt an. Denk das mal durch! ...

 

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